>>  GERA 2025  >>  KULTURPROGRAMM  >>  PRESSEBERICHTE >> 2019-08-31

Am Dienstag muss sich Gera in Berlin als ein Bewerber für die Kulturhauptstadt 2025 präsentieren.

Nach dem Hupkonzert sangen alle gemeinsam das Lied „Ode an die Freude“
Foto: Peter Michaelis / OTZ

„Verrückt, herrlich verrückt.“ Begeistert hakte sich Simone Heidrich bei ihrer Freundin Hannelore unter. Bravo-Rufe und viel Beifall erhielten die Mitwirkenden nicht nur von den beiden Frauen.

 

38 Trabants standen am Sonnabendnachmittag auf dem Markt. Ihre Fahrer folgten dem Wiener Dirigenten Caspar Richter, um die Symphonie 3.0 für sechs Solo-Hupen und Auto-Hup-Chor erklingen zu lassen. Moritz Eggert schrieb das Stück. Laut war es, aber schön. Zum Schluss sangen alle gemeinsam das Lied „Ode an die Freude“. Klaus Nündel zückte seine Mundharmonika. „Ich habe sie dabei wie mein Portemonnaie. Eine wunderbare Aktion, komplett was anderes und die vielen Freiwilligen. Hut ab!“

 

Vor dem Singen hielt Geras Oberbürgermeister das druckfrische Exemplar „Aufwind“, die 60-seitige Bewerbungsmappe für die Kulturhauptstadt 2025, in der Hand. Peter Baumgardt, Kulturhauptstadtmanager, überreichte diese Julian Vonarb (parteilos). „Die Stadt ist nur so stark wie ihre Kunst und Kultur“, so der OB. Am Dienstag will er in Berlin in einer kurzen Präsentation überzeugen, dass Gera die richtige Wahl wäre. Die Region steht hinter ihr und sie hat das Potenzial für eine Stadt der Jugend. So stand im Hup-Chor auch Börge Frenzel mit seinem Trabi.

 

„Toll, dass Gera sich bewirbt, damit Schwung reinkommt. Außerdem mutiert der Trabi von der Dreckskarre zum Kultobjekt“, begründete der 19-Jährige seine Lust, mittendrin zu sein. Student Till Schmidt spielt Geige und Posaune. Er war ein Hup-Solist, weil er Noten lesen kann. „Ich habe noch nie bei so etwas Ausgefallenem mitgemacht“, sagte der 20-Jährige. Dem Auftritt gingen zwei Proben auf dem Flugplatz in Leumnitz voraus. „Am Freitag regnete es“, erzählte der Dirigent. „Meine nassen Notenblätter musste ich abends im Hotel trocknen.“ Seinen Freunden in Wien schickte er jede Menge Fotos. „Die zeigten sich begeistert. Wer dirigiert schon Autos.“

 

Ilona Berger / OTZ / 03.09.2019