>>  GERA 2025  >>  KULTURPROGRAMM  >>  PRESSEBERICHTE >> 2018-09-29

Der Stadtrat und die Verwaltung unterstützen die Initiative einer Geraer Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025

Auch das ist Kultur in Gera. In den Jahren zwischen den Höhler Biennalen haben Kindergartenkinder und Schüler der Stadt die Chance, in den Gewölben eigene Kunst auszustellen. „Höhlergeister/Höhlerfantasien“ heißt die Ausstellung, die gestern eröffnet wurde. In den Höhlern Markt 11 und 14 sowie in dem unter der Stadtapotheke ist die Schau bei freiem Eintritt heute und Sonntag, jeweils 14 bis 17 Uhr, während des Höhlerfestes sowie auf Anmeldung zu besichtigen. Foto: Marcel Hilbert

 

Gera. Gera als Kulturhauptstadt 2025? Die große Mehrheit des Stadtrats kann dieser Idee offenbar viel abgewinnen. Mit der Zustimmung am Donnerstag hat der Stadtrat nicht nur Farbe bekannt, sondern die Verwaltung in die Lage versetzt, die von einer privaten Initiative engagiert vorangetriebene Idee einer Kulturhauptstadt-Bewerbung mit dem Fokus auf Breitenkultur und dem Gedanken der Vernetzung kultureller Akteure zu unterstützen.

 

Allen voran den Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) hat die Initiative „Gera 2025“ bereits gewonnen. Gera würde zwar als „krasser Außenseiter“ ins Rennen gehen, so ­Vonarb, doch genau das berge die Chance eines großen Überraschungserfolges. Rückenwind für eine Geraer Bewerbung käme vom Land, so der OB. So habe es am Tag vor der Stadtratssitzung ein ermutigendes Arbeitsgespräch gegeben. Hier wurde die ideelle und finanzielle Unterstützung für die Stadt und die private Initiative durch das Land zugesagt. Vonarb bekräftigte gestern auf seiner Facebookseite, dass er dafür sorgen will, dass die Arbeit an diesem Thema finanziell „nicht zulasten unserer Prioritäten wie Schulen, Infrastruktur, und so weiter“ gehe. Voraussetzung für die Unterstützung des Landes war der Stadtratsbeschluss.

Dessen Kernanliegen ist die Erstellung eines Kulturentwicklungskonzeptes für die Zeit bis 2030, für das eine Säule die Kulturhauptstadt-Bewerbung sein soll. Im Vorentwurf soll es im Juni 2019 dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden.

 

Finanziell unterstützen – im sechsstelligen Bereich – wolle das Land sowohl die Stadt bei der Erstellung des Konzeptes, erklärte Vonarb, als auch die Privatinitiative „Gera 2025“. Zu der gehört der Geraer Thomas Laubert, der nach großer Anspannung noch größere Erleichterung ob des klaren Stadtratsvotums verspürte. Er bestätigte die Finanzierungszusagen aus dem Arbeitsgespräch, dem er beiwohnte. Mit dabei war er auch gestern, als mit dem Beschluss in der Tasche gleich ein gemeinsames Gespräch zwischen OB, Initiative und dem Kulturminister in Erfurt geführt wurde. „Es geht jetzt darum, schnell eine Struktur und einen Fahrplan festzulegen“, sagte Laubert. Das ambitionierte Ziel: Bis 16. Oktober ein erstes Konzept vorliegen zu haben, das man in Berlin bei der Präsentation aller deutschen Bewerberstädte vorstellen kann. Da die Initiative bereits seit über einem Jahr am Thema dran ist, gibt es dafür bereits einiges, worauf man aufbauen kann. Die eigentliche, den formalen Anforderungen entsprechende Bewerbung mit allen Unterlagen muss bis September 2019 vorliegen. Dafür werde man sich mit Hilfe der Landesförderung einen geeigneten Bewerbungsmanager suchen, so Laubert.

 

Die Bürger mitnehmen und für die Idee begeistern

 

Im November soll dem Stadtrat eine Konzeption „Kulturhauptstadt Gera 2025“ einschließlich der finanziellen Auswirkungen für die Bewerbungsphase vorgelegt werden. Zur Information, was die Fraktion Liberale Allianz zu einem Änderungsantrag bewegte, der an dieser Stelle einen erneuten Stadtratsbeschluss zum Ziel hatte, jedoch abgelehnt wurde. Zwar war auch Günter Domkowsky (Linke ) „etwas konsterniert, was die aktive Mitarbeit des Stadtrates“ bei diesem Passus angeht, jedoch lobte er die Vorlage wegen des Kulturentwicklungskonzeptes und, weil sie einen Anspruch der Stadt deutlich mache. Andreas Kinder (CDU) sprach von einer „geilen Idee“, bei der bereits das Verfahren Strahlkraft entwickelt. Auch Uwe Rüdiger (SPD) lobte das Vorhaben, seine Fraktion hätte es noch lieber gehabt, im Juni 2019 über den fertigen Kulturentwicklungsplan zu entscheiden. Nur etwas auf die Euphoriebremse trat Eugen Weber (Grüne). Es gebe einige eher skeptische Geraer und der Begriff Kultur sei in der Stadt nicht nur positiv besetzt, meinte er. Die Bürger bei dem Vorhaben mitzunehmen, sie zu begeistern, das sei wichtig und er traue es nach bisherigem Erleben dem neuen Oberbürgermeister zu, dies zu schaffen. Das Grundanliegen der Initiative „Gera 2025“ einer Bewerbung aus der Bürgerschaft heraus, hob auch der Minister nach dem Treffen gestern in einem Statement hervor, der die Entscheidung des Stadtrates mutig nannte „Weil die Stadt aus der Rolle des Außenseiters heraus eine Bewerbung anstrebt, die nicht von oben als Teil eines Marketings verordnet wird, sondern von unten initiiert, kulturgetriebene Stadtentwicklung anstrebt“, so Benjamin-Immanuel Hoff.

 

 

Marcel Hilbert / 29.09.18