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Gera in die Bewerberrunde für die „Kulturhauptstadt 2025“ gestartet

Kulturhauptstadt Gera 2025. Der Briefkasten zeugt von den Anfängen der Idee. Foto: Peter Michaelis

 

Berlin/Gera. „Unsere Präsentation war eine Analyse. Wir haben uns vor allem darauf orientiert, wo wir als Stadt stehen und wo wir hin wollen“, fasste gestern Thomas Laubert den kurzen Auftritt in Berlin zusammen. Mit Marc Moritz aus dem Kernteam hatte der Geraer Architekt, federführend bei der Bewerbung Geras als „Kulturhauptstadt 2025“, am Dienstag die Stadt im Europahaus vorgestellt.

Gera ging damit als eine von acht Bewerbern um den Kulturstadt-Titel 2025 ins Rennen. Außerdem beteiligen sich Hannover, Dresden, Nürnberg, Chemnitz, Zittau, Hildesheim und Magdeburg. „Wir haben noch gar kein öffentliches Konzept. Die anderen Städte sind da schon weiter. Deren Präsentatoren kamen mit hochprofessionell aufbereiteten, lange einstudierten Vorstellungen und offiziellen Vertretern der Stadt. Wir waren die Einzigen, die das ehrenamtlich gemacht haben“, berichtete Thomas Laubert im Gespräch mit dieser Zeitung. Er hofft, dass gerade damit die Stadt ein wenig punkten kann.

 

Rückblick: Für die Weiterführung der ehrgeizigen Kulturhauptstadt-Idee bedurfte es eines Stadtratsbeschlusses, der am 27. September in allerletzter Minute kam, wodurch diese erste Präsentation innerhalb nur weniger Tage erarbeitet werden musste. Das Kernteam lieferte hierfür den Text, der Kulturhauptstadtwürdiges wie die Historie und heutige Potenziale wie Vernetzungen und das Umland heraus stellte. „Die Präsentation ist schließlich das gemeinschaftliche Ergebnis von Privatleuten, Vereinen und vielen Aktiven“, betont der Architekt und möchte vor allem dem Lichtbildkombinat, dem Fotoclub Bieblach, der Schwarz-Weiß-Werkstatt danken, die dem Team Fotos zur Verfügung gestellt hatten.

 

 

Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos), war in Berlin dabei. „Die Stadt Gera ist mit einer hohen Motivation in die Bewerbungsrunde gegangen. Wir sehen uns als Stadt der Moderne und so haben wir uns auch dargestellt. Gera ist zwar als Teil der Bundesrepublik Kulturhauptstadt des alten Westens, aber es repräsentiert in sich viel stärker den Osten der osteuropäischen Beitrittskandidaten. Die Stadt steht dabei für die Städte und die Kultur der Fläche, nicht der Metropolen. Besondere Bedeutung hat meines Erachtens, dass Gera als Kulturhauptstadt eine Initiative von unten ist, statt kulturtouristische Marketinginitiative von oben. Wir mussten uns erstmal gegen die Skepsis auf Landes- und kommunaler Ebene durchsetzen“, erklärte er gestern. Der Rathauschef lenkt die Aufmerksamkeit zudem auf das Besondere: „Mit der Kulturhauptstadtbewerbung will eine am Boden liegende, sich selbst unsichere und leidgeprüfte Stadt wieder lernen aufzustehen, stolz auf sich zu sein. Wir wollen etwas entwickeln, statt bereits entwickelte Projekte neu aufzuhübschen.“

 

 

„Wir stecken in den Kinderschuhen, haben eine Vision, erarbeiten eine Strategie, die demnächst von einem Kulturmanager weiter getragen werden soll“, so Laubert. Dabei ist er sicher: „Geldwert ist nicht immer entscheidend, sondern der Mut, sich zu bewerben.“ Das sei auch in Berlin betont worden. Allein weil Gera dieses Projekt angeht, habe die Stadt schon gewonnen.

 

 

Christiane Kneisel / 18.10.18