>>  GERA 2025  >>  KULTURPROGRAMM  >>  PRESSEBERICHTE >> 2019-12-10

Harte Konkurrenz: Gera will Kulturhauptstadt Europas 2025 werden

Die Stadt Gera präsentiert am Dienstag in Berlin ihre Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025. In rund 90 Minuten werden unter anderem Oberbürgermeister Julian Vonarb und weitere Vertreter aus Ostthüringen, wie der Schmöllner Bürgermeister Sven Schrade, die Schwerpunkte erklären. Gera wirbt mit Geschichte, dem Umgang mit den Ressourcen aus der Wismut-Vergangenheit und der geplanten Entwicklung als Stadt der Zukunft. Die Ostthüringer haben harte Konkurrenz, auch aus Mitteldeutschland.

Am Dienstag, 5. November, 18 bis 18.45 Uhr, heißt das Thema „Europäische Kulturhauptstadt – Geschichte und Ausblick“ Was ist eigentlich die „Europäische Kulturhauptstadt?“ Welche politischen Ideen und Ziele sind damit verknüpft? Diese und viele andere Fragen werden in diesem ersten Seminar beantwortet.

 

Gibt es einen zweiten Aufschlag - das Aufrücken in die zweite Runde? Mit dieser bangen Frage macht sich am Dienstag eine Delegation aus Gera auf den Weg nach Berlin. Zwei Tage später - am Donnerstag - wird bekannt gegeben, welche Stadt in die zweite Runde des Bewerbungsprozesses kommt. Wer es bis dahin geschafft hat, hofft auf Dezember 2020. Denn dann wird endgültig verkündet, wer Deutschland als Europäische Kulturhauptstadt 2025 vertritt.

 

Kulturhauptstadt Europas 2025: Gera wirbt mit Hupen und "Trabiduft"

30 Trabis knatterten Ende September auf dem Marktplatz. Ein eigens komponiertes Hupkonzert des preisgekrönten Komponisten Moritz Eggert haben Profimusiker "gehupt" - dann haben Hunderte Geraer gemeinsam die "Ode an die Freude" angestimmt. Der Fall der Mauer verbunden mit dem Blick auf Europa. Gänsehautmomente. Mit der Bewerbung, dem sogenannten BidBook, im Gepäck - in Deutsch und Englisch gefordert und 30 Seiten stark - ging es am 1. Oktober nach Berlin zur Kultusministerkonferenz.

 

Gera will mit Vielfalt als Kulturhauptstadt überzeugen

"Gera ist ein Spiegel Europas. Mit der Bewerbung soll im Kleinen gezeigt werden, wie Europa im Großen aussehen könnte", so Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos). Gera hat in der Bewerbung unter anderem mit seiner reichen und bedeutenden historischen Villen- und Kulturlandschaft gepunktet. Auch das Sport- und Vereinsleben wurde präsentiert.

"Unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass die Bewerbung aus der Bürgerschaft heraus angetrieben wurde." Drei Minuten hat Vonarb Redezeit um die Jury zu überzeugen, um Schwerpunkte der Projekte darzulegen. Gera als Modell einer industriellen Transformationsregion. Als Modell einer kulturellen Region des Vielfältigen. Als Modell eines politischen Europas der Regionen. Und Gera als Modell eines fürsorgenden Gemeinwesens.

 

Kulturmeile, Wismut und die ganze Region Ostthüringen

Neben Gera bewerben sich auch Chemnitz, Dresden, Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Nürnberg und Zittau um den Kulturhauptstadt-Titel. Namen, die deutschlandweit sicher bekannter sind. Namen, denen man den Titel eher zutraut. Aber warum eigentlich nicht Gera?

Es geht um ostdeutsche Identität und Transformation zwischen Uranbergbau, Renaturierung, Provinz-Klischee und Großstadt. "Gera2025 steht für neue Visionen, aber auch für eine Kultur des Machbaren", so steht es im BidBook. Am Dienstag wird die Bewerbung der Jury in Berlin präsentiert. "Gera ist Europa im Konkreten und im Besonderen. Ein neu zu entdeckendes kulturhistorisches Erbe und zahlreiche neue Ideen" - Oberbürgermeister Vonarb hat viele überzeugende Argumente für die Jury. Ob sie reichen werden? Am Donnerstag gegen 14 Uhr wissen wir mehr.

 

von Kathleen Bernhardt

Quelle: MDR THÜRINGEN
Foto: David Hoffmann