>>  GERA 2025  >>  KULTURPROGRAMM  >>  PRESSEBERICHTE >> 2018-12-08

Ein Coup für Gera2025

Thomas Laubert (links) von der Initiative Gera2025 und Peter Baumgardt, der die Kulturhauptstadt-Bewerbung managen soll. Foto: Marcel Hilbert

 

Gera. „Essen war der Sieger, Görlitz der Gewinner.“ So schaut Peter Baumgardt auf das Rennen um die europäische Kulturhauptstadt 2010 zurück. Gewonnen habe Görlitz, weil in dem dreijährigen Bewerbungsverfahren einiges Bleibendes entstanden ist, sagt der 59-Jährige, auch wenn die Ruhrmetropole letztlich ganz knapp das Rennen gegen die Europastadt machte. Dass es so knapp wurde, war ein Verdienst Peter Baumgardts, der als Geschäftsführer und künstlerischer Leiter die Görlitzer Bewerbung um die Kulturhauptstadt-Ausrichtung managte.

 

Nun will er es offenbar erneut wissen: Er soll als designierter Kulturmanager die Bewerbung Geras als europäische Kulturhauptstadt leiten. Im neuen Jahr soll es offiziell losgehen, die gedankliche Arbeit hat aber im Grunde schon begonnen, sagte er gestern bei seinem inzwischen dritten Besuch in der Stadt im Zusammenhang mit „Gera2025“.

 

Thomas Laubert von der gleichnamigen privaten Initiative, die die Bewerbung aus der Bürgerschaft heraus mit viel Engagement und Enthusiasmus vorantreibt, freut sich über den erfahrenen Mann für die Aufgabe. Die vom Land für die Kulturhauptstadt-Bewerbung geförderte Initiative „Gera2025“ habe die so unterstützte Kulturmanager-Stelle ausgeschrieben und eine Findungskommission aus Vertretern der Initiative, der Stadt und aus der Geraer Kulturszene hat sich aus mehreren Bewerbern für Peter Baumgardt entschieden, erzählt Laubert und betont die enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, die dafür im September mit einer breiten Stadtratsmehrheit ausgestattet wurde.

 

Dass die Stadt und vor allem auch das Land die Bewerbung Geras unterstützen, freut Peter Baumgardt, der aber vor allem den Ansatz einer Bewerbung „von unten“, also aus der Bevölkerung, in Gera hervorhebt. Die Strategie, wie man die Menschen vor Ort weiter für die Idee begeistern und in den Bewerbungsprozess einbinden kann, sieht er als eine wesentliche Aufgabe des Kulturmanagers, ebenso, wie das Umland und die Region für die Idee zu gewinnen.

 

 

Menschen begeistern und in den Prozess einbinden

 

Bis 30. Juni 2019 will man dem Stadtrat ein ausgereiftes Konzept vorlegen, skizziert Thomas Laubert den Zeitplan. Davor soll am 1. Februar das Kulturhauptstadt-Büro eröffnen, für das man derzeit Räume sucht. Peter Baumgardt nutzt auch dies, um so viele Eindrücke wie möglich aus Gera aufzunehmen. „Ich schaue mir viel an, lese eine Menge über Gera und schreibe zusammen“, sagt der aus Lübeck stammende Wahl-Augsburger. Bevor er mit Görlitz 2010 fast die Sensation geschafft hätte, war er unter anderem auch mit der künstlerischen Gesamtleitung im Deutschen Pavillon bei der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover betraut.

Für die Initiative Gera2025 kann man sicher von einem Coup sprechen. Einer, der die Hoffnung nährt, dass auch Gera, unabhängig vom Ausgang, mit der Bewerbung gewinnt. Wie Görlitz.

 

 

Marcel Hilbert / 08.12.18