>>  GERA 2025  >>  KULTURPROGRAMM  >>  PRESSEBERICHTE >> 2018-09-06

Überlegungen für eine Bewerbung für 2025 starten neu. Staatskanzlei sagt unterstützende Begleitung der Initiative zu

 

Gera. Die Stadtverwaltung Gera will über eine Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 offenbar neu nachdenken. Ob der Stadtrat in seiner Sitzung am 20.September aber schon dazu entscheidet,

ist noch nicht klar.

 

,,Ich habe das Thema im Gespräch mit Fraktionsvorsitzenden am Montag nur anmoderiert", sagte Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) dieser Zeitung. Hintergrund sei, dass ein offener Punkt des im Mai 2014 beschlossenen integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030 (ISEK) die Entwicklung einer Kulturstrategie für Gera ist.

 

Am 9.August, bei dem Besuch von Staatskanzleiminister Benjamin ­Immanuel Hoff(Linke) in Gera, habe Vonarb mit ihm auch über das Kulturhauptstadt­ Thema gesprochen.

 

Am selben Tag besuchte Hoff die Initiativgruppe, die bislang ohne Stadtverwaltung eine Bewerbung vorbereitet.,, Wenn wir etwas unternehmen, dann gemeinsam", fasst Geras OB Vonarb das Gespräch mit Hoff zusammen und versichert auf Nachfrage, dass das so zuverstehen ist, dass das Land Gera bei einer möglichen Bewerbung unterstützt.

 

Gera hat bislang keinen Haushalt für dieses Jahr und auch die grundsätzliche finanzielle Situation ist nicht einfach. Trotzdem begebe sich der Rathauschef auf die Suche nach Möglichkeiten und sagt: ,,Eine Stadt ist nur so stark wie ihre Kunst und Kultur."

 

Hoff sagte auf Anfrage: Eine erfolgreiche Teilnahme Geras am innerdeutschen Auswahlverfahren setze voraus, dass die Stadtgesellschaft dies will. Eine von oben verordnete Kulturhauptstadtbe­werbung sei nicht mehr und nicht weniger als Ausdruck festivalisierter Stadtpolitik.     

„Sollte die Stadt das Angebot der Initiative Gera 2025 aufgreifen, würden wir als Staatskanzlei eine solche Initiative unterstützend begleiten."

 

Zeitlichen Druck gibt es aus Vonarbs Sicht nicht.

Der 20.September sei nur deshalb ins Gespräch gekommen, weil ein Baustein die Unterstützung der Initiatoren der Bewerbung von Gera als Kulturhauptstadt 2025 sei. Deren Abgabefristen würden im Oktober2018 auslaufen.

 

Stadträte reagierten unterdessen pikiert,weil Gera mit der Bewerbung in Konkurrenz zu Chemnitz treten würde, der Stadt, die aktuell im Fokus bundespolitischer Debatten steht.

 

Hoff entgegnet: ,,Neben Chemnitz bewerben sich viele weitere Städte, darunter Magdeburg und Dresden aus dem mitteldeutschen Raum.

 

Wenn Gera an einem solchen Prozess teilnehmen will, muss die Stadt nicht auf andere Städte schauen, sondern der Überzeugung sein, dass die Bewerbung als Kulturhauptstadt2025 ein sinnvoller Beitrag zur eigenen städtischen Kulturentwicklungsstrategie ist."

 

 

 

Sylvia Eigenrauch und Elmar Otto / 06.09.18